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POESIE & LEIDENSCHAFT

CHRISTIAN BAHR, geboren im verschneiten Dezember 1965 in Buxtehude (Niedersachsen/Deutschland). Abitur im Sommer 1985, danach Studium und Diplom. Ich lebe und arbeite in der deutschen Küstenstadt Hamburg und in Tostedt (Niedersachsen). Seit mehr als 30 Jahren bin ich leidenschaftlicher Maler und Zeichner, mit weltweiten Verkäufen sowie nationalen und internationalen Ausstellungen.

„Nicht alles ist Kunst. Aber Kunst ist alles, und alles atmet auf die eine oder andere Weise Kunst. Kunst ist die wahre Schönheit der Menschheit.“

“Ich arbeite in meinem Studio mit Nähe zur rauen Nordsee und zur großen deutschen Küstenstadt Hamburg. Es ist eine Suche nach dem Menschen in uns. Ich beschäftige mich in meinen Werken mit philosophischen, mythologischen und historischen Themen. Hierfür bediene ich mich einer gestischen, teils auch figurativen Bildsprache und einer deutlichen, ausdrucksstarken und kraftvollen Handschrift. Ich arbeite beständig, leidenschaftlich und mit großer Disziplin an meinem weiteren malerischen Weg. Und ich nenne eine deutliche Malphilosophie mein eigen.”

„Ich gehe in meiner Malerei meinen eigenen Weg. Die Quelle für die Inspiration, vielfach auch für das Motiv finde ich in mir. Spontanes Agieren ist der Schlüssel, meine bevorzugte Methode. Ich arbeite intuitiv und in den meisten Fällen ohne vorherige Skizzen, denn ich brauche keine kreative Distanz, ich konstruiere auch keine völlig neue Welt. Ich reduziere einzig den Blick auf unsere Umgebung. Mehrwert und Deutlichkeit durch Abstraktion. Es muss rau, ursprünglich sein, melancholisch und dunkel, zugleich auch lichtvoll, poetisch, klar und voller Hoffnung. Kein Vielleicht, kein Lauwarm. Jeder Moment in der Malerei zählt, ist wichtig und kann zu einer plötzlichen Veränderung an dem Bild beitragen. Ich opfere meine Linienführung nicht für eine abstrakte Idee, und ich liebe das malerische Risiko, das sich aus dem Spontanen ergibt, die Radikalität in all den Entscheidungen, die während des Entstehungsprozesses zu treffen sind. Exakt in dieser Weise male ich.”

 

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„Ich habe schon immer gemalt, seit frühester Jugend, und mit den Jahren wurde aus einer unbewussten Neigung eine ernsthafte künstlerische Auseinandersetzung mit der Leinwand. Es war kein gradliniger Weg. Malen ist Schönheit, Seele und Leidenschaft, aber manchmal auch Kampf. Kampf mit sich, dieses unendliche Ringen um Farben und Motiv im eigenen Zwiegespräch. Es gibt diese Tage und Nächte, da muss um jeden Strich gerungen, jede Farbgebung hinterfragt werden. Aber es ist gut, dass es nicht immer leicht von der Hand geht. Denn jeder dieser Kämpfe lohnt, weil er zeigt, dass man als Maler noch am Leben ist, noch atmet und sich fortentwickelt.“

“Ich habe eine künstlerische Vision, die ich artikuliere. Und ich bin überzeugt: Wer zu seiner Kunst schweigt, der hat auch nichts (über sie) zu sagen. Aber Malerei braucht eine Stimme. Ich habe meine eigenen Standpunkte als Maler, und ich stehe fest zu meinen Arbeiten, zu jedem einzelnen meiner Gemälde ebenso wie zu meiner Malerei in ihrer Gesamtheit.“

 

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„Für mich braucht Malerei einen Ausgangspunkt, ein Leitthema, einen roten Faden. Denn ohne inhaltliches Band bleibt sie sprachlos und verliert die Berechtigung zur ernsthaften Teilhabe an Kunst. Ich thematisiere in meiner Malerei den menschlichen Konflikt zwischen Innen- und Außenwelt, der sich als roter Faden durch meine Arbeiten zieht. Es geht um das Wirkliche hinter der vermeintlichen, uns umgebenden Wirklichkeit. Was (noch) sind wir selbst, und was ist bereits Manipulation durch Dritte, der Versuch einer Einflussnahme auf unser Fühlen, Denken und Handeln?”

„Das reale Leben ist der beste Lehrmeister, jede Art von Studium kann nur ein akademischer Start sein und bleibt Theorie. Aber ich möchte nicht andauernd über die Theorie von Malerei und Kunst sprechen. Stattdessen will ich Kunst fühlen, will sie atmen, und meine Emotionen und mein Intellekt sehnen sich danach, berührt und beeindruckt zu werden.“ 

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INSPIRATIONEN

Ich bin äußerst dankbar, dass meine Inspiration sich als ein nie versiegender Fluss darstellt. Dennoch stehe ich – gleichermaßen bewusst wie unbewusst – mit meiner Malerei natürlich in einer Tradition. Meine Bezugspunkte sind ganz unterschiedlicher Natur. Sie ziehen sich durch die zurückliegenden Jahrhunderte und reichen von der Klassischen Moderne über den Jugendstil, den Expressionismus und den Impressionismus bis zur heutigen Gegenwartskunst. Mich bewegen Maler wie Rembrandt und Caravaggio, besonders J. M. William Turner und seine visionäre Farbabstraktion, der unglaubliche Ernst Ludwig Kirchner, Egon Schiele und Edvard Munch, Pablo Picasso, Mark Rothko, selbst Gustav Klimt und seine Interpretation des Jugendstils, der Impressionist Claude Monet gerade mit seinem Alterswerk, und aus dem Bereich des Zeitgenössischen Neo Rauch wegen seiner Ernsthaftigkeit im thematischen Umgang, Gerhard Richter (natürlich), der große Zeichner Horst Janssen, und last but not least der brachiale Georg Baselitz und Anselm Kiefer. Das sind die Pole, zwischen denen ich mich bewege. Einflüsse, Strömungen, nicht mehr und nicht weniger. Ich kann mich auf all diese Bilder und Malerleben einlassen und trotzdem in meiner Kunst eigenständige und vor allem auch unabhängige Pfade beschreiten.

Mehr Inspirationen, von innen wie außen: Natur (Meere, Berge, stürmisches Wetter, Grönland, die Farben des Herbstes), Musik (Ludwig van Beethoven, Johann Sebastian Bach, Richard Wagner, David Bowie, Max Richter, VNV Nation), Literatur (William Shakespeare, Friedrich Schiller, Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Cormac McCarthy, Thomas Mann, Lew Tolstoi, Ernest Hemingway, Franz Kafka, Friedrich Nietzsche, Paulo Coelho, Don Winslow), Film (Werner Herzog, Christoph Nolan, Alejandro Iñárritu, Ridley Scott, George Miller), Theater (nochmals, natürlich: William Shakespeare, Berthold Brecht, Elfriede Jelinek, Fjodor Dostojewskij, Werner Schwab, Robert Wilson) und so vieles andere.

Übrigens: Ich bin ernsthaft interessiert, an weiteren nationalen und internationalen Ausstellungen teilzunehmen (Einzel- und Gruppenausstellungen) und freue mich dementsprechend über seriöse und qualifizierte Angebote.

> MEINE MALPHILOSOPHIE

 

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1/ NACHT ÜBER DEM MEER
NIGHT OVER THE SEA
2014. 100 x 80 x 2 cm. Acryl und Öl auf Leinwand

Vielleicht geleitet dich ein Mond
Licht irgendwo über dem Meer
Vielleicht wird dein Boot sinken
Gar tief in der Fluten Meer
Was immer die Tage auch lohnt
Am Ende –
Da ist wieder Nacht über dem Meer.

 

2/ KRIEMHILD SINNT AUF RACHE
KRIEMHILD SEEKS REVENGE
2013. 100 x 80 x 2 cm. Acryl und Öl auf Leinwand

Kriemhild, zentrale Figur des Nibelungenlieds, sinnt über 13 Jahre auf Rache für den Mord an ihrem geliebten Ehemann Siegfried, dem Drachentöter und Helden, und für den Raub des Nibelungenschatzes. Am Hofe des Hunnenkönigs Etzel (Attila) kommt ihre Stunde, und Kriemhild zeigt sich gnadenlos gegenüber den Tätern von damals, die sie in einen Hinterhalt gelockt hat, lässt sie in einem mehrtägigen Blutbad reihenweise umbringen und schlägt den Rädelsführern sogar selbst die Köpfe ab. Kriemhild ist ein deutscher Mythos, gleichsam im Positiven wie Negativen, und hat in der deutschen Geschichte etliche Spuren hinterlassen, so auch in der Person der Gudrun (Altnordisch für Kriemhild) in Richard Wagners „Der Ring der Nibelungen“. Das Nibelungenlied schließt mit dem Satz: „Am Schluss gibt die Liebe immer Leid.“