»NUR SCHÖNHEIT WIRD DIESE WELT RETTEN KÖNNEN.«

*   *   *   *   *   *

Z U R   P E R S O N

CHRISTIAN BAHR, deutscher Maler und Zeichner.

Jahrgang 1965, geboren in einem verschneiten Dezember in Buxtehude (Niedersachen/Deutschland). Seit mehr als 35 Jahren bin ich leidenschaftlicher Maler und Zeichner, mit weltweiten Verkäufen sowie nationalen und internationalen Ausstellungen. Ich wurde humanistisch erzogen, besitze das Großes Latinum, es folgten Abitur, Studium und schließlich Diplom. Künstlerische und historische Studien schlossen sich an, teils autodidaktisch. Meine Liebe zur Kunst hat mich schon immer begleitet. Doch war es kein gradliniger Weg bis zu dem professionellen Maler, der ich heute bin. Denn heute wie damals war und bin ich mein größter Kritiker. Ich brauchte Zeit, bis ich eine aus meiner Sicht überzeugende Handschrift in meiner Kunst ausgebildet hatte und nicht nur gefällige, aber bereits hinlänglich bekannte Positionen wiederholte. Es war eine Suche nach diesem persönlichen Wiedererkenungswert, und mehr noch danach, dass ich mich selbst wiederfand in dem, was ich erschuf. Ich musste erst den Grund finden, warum ich ohne Malerei weder leben konnte noch wollte. Denn mein Werk braucht diese Distanzlosigkeit, ein hohes Maß an individueller Emotionalität. Heute bin ich dankbar für diese Umwege, weil sie mich zu einem sehr bewussten, tiefgründigen Künstler werden ließen.

Und so beschritt ich eine zeitlang auch andere Wege, zusätzlich zur und neben der Kunst. So bin ich auch Kosmopolit, Kenner der Geschichte des Altertums und Mittelalters, Veteran und Träger der Ehrenmedaille der Bundeswehr, Rettungsschwimmer, Judoka mit braunem Gürtel. Und ich war mit der U.S. Customs and Border Protection an der Grenze zu Mexiko auf Streife sowie Ausbilder für die russische Zollverwaltung. All diese sehr unterschiedlichen, sehr realen Erfahrungen erden mich im Hier und Jetzt und helfen mir in meiner aktuellen Kunst unglaublich, sind vielschichtige Inspirationen. Als Mehrwert aus meiner nicht ganz gradlinigen Künstlerbiografie besitze ich klare, lebensnahe Standpunkte in meiner Malerei, auf die ich stolz bin und die ich auch gut kommunizieren kann, in meinen Bildern und außerhalb, weil sie über Jahre bewegt, von mir kritisch hinterfragt und durchdacht sind. Ich habe viel über den Menschen gelernt. Und genau deshalb thematisiere ich auch das Wissen um Menschen und ihre Schicksale immer wieder in meiner Malerei (Details zu meiner Sichtweise in dem Interview, das ich im Herbst 2019 führte). In meiner Malerei bin ich heute ganz bei mir.

Ich arbeite und lebe in der norddeutschen Küstenstadt Hamburg nahe der Nordsee und im niedersächsischen Tostedt. Über die Jahre habe ich an etlichen nationalen und internationalen Ausstellungen teilgenommen. Meine Werke finden sich in Privatsammlungen und im öffentlichen Raum in den USA, Kanada, Großbritannien, China, in Australien, Mexiko, Russland, Belarus, Deutschland und in der Ukraine. Bisher entstanden über 450 großformatige Gemälde sowie ungezählte Zeichnungen, doch dies ist lediglich eine Zwischenbilanz, denn ich setze meine künstlerischen Arbeiten im Atelier Tag für Tag und manchmal, wenn die Schlaflosigkeit mich packt, auch nachts fort. Es bleibt spannend.

 

»ICH MÖCHTE KEINE BILDER MALEN, DIE ALLES UND NICHTS SEIN KÖNNEN.«

*   *   *   *   *   *

Z I T A T E S A M M L U N G

„Nicht alles ist Kunst. Aber Kunst ist alles, und alles atmet auf die eine oder andere Weise Kunst. Kunst ist die wahre Schönheit der Menschheit.“

“Ich arbeite in meinem Studio mit Nähe zur rauen Nordsee und zur großen deutschen Küstenstadt Hamburg. Es ist eine Suche nach dem Menschen in uns. Ich beschäftige mich in meinen Werken mit philosophischen, mythologischen und historischen Themen. Hierfür bediene ich mich einer gestischen, teils auch figurativen Bildsprache und einer deutlichen, ausdrucksstarken und kraftvollen Handschrift. Ich arbeite beständig, leidenschaftlich und mit großer Disziplin an meinem weiteren malerischen Weg. Und ich nenne eine deutliche Malphilosophie mein eigen.”

„Ich gehe in meiner Malerei meinen eigenen Weg. Die Quelle für die Inspiration, vielfach auch für das Motiv finde ich in mir. Spontanes Agieren ist der Schlüssel, meine bevorzugte Methode. Ich arbeite intuitiv und in den meisten Fällen ohne vorherige Skizzen, denn ich brauche keine kreative Distanz, ich konstruiere auch keine völlig neue Welt. Ich reduziere einzig den Blick auf unsere Umgebung. Mehrwert und Deutlichkeit durch Abstraktion. Es muss rau, ursprünglich sein, melancholisch und dunkel, zugleich auch lichtvoll, poetisch, klar und voller Hoffnung. Kein Vielleicht, kein Lauwarm. Jeder Moment in der Malerei zählt, ist wichtig und kann zu einer plötzlichen Veränderung an dem Bild beitragen. Ich opfere meine Linienführung nicht für eine abstrakte Idee, und ich liebe das malerische Risiko, das sich aus dem Spontanen ergibt, die Radikalität in all den Entscheidungen, die während des Entstehungsprozesses zu treffen sind. Exakt in dieser Weise male ich.”

 

 

„Ich habe schon immer gemalt, seit frühester Jugend, und mit den Jahren wurde aus einer unbewussten Neigung eine ernsthafte künstlerische Auseinandersetzung mit der Leinwand. Es war kein gradliniger Weg. Malen ist Schönheit, Seele und Leidenschaft, aber manchmal auch Kampf. Kampf mit sich, dieses unendliche Ringen um Farben und Motiv im eigenen Zwiegespräch. Es gibt diese Tage und Nächte, da muss um jeden Strich gerungen, jede Farbgebung hinterfragt werden. Aber es ist gut, dass es nicht immer leicht von der Hand geht. Denn jeder dieser Kämpfe lohnt, weil er zeigt, dass man als Maler noch am Leben ist, noch atmet und sich fortentwickelt.“

“Ich habe eine künstlerische Vision, die ich artikuliere. Und ich bin überzeugt: Wer zu seiner Kunst schweigt, der hat auch nichts (über sie) zu sagen. Aber Malerei braucht eine Stimme. Ich habe meine eigenen Standpunkte als Maler, und ich stehe fest zu meinen Arbeiten, zu jedem einzelnen meiner Gemälde ebenso wie zu meiner Malerei in ihrer Gesamtheit.“

„Für mich braucht Malerei einen Ausgangspunkt, ein Leitthema, einen roten Faden. Denn ohne inhaltliches Band bleibt sie sprachlos und verliert die Berechtigung zur ernsthaften Teilhabe an Kunst. Ich thematisiere in meiner Malerei den menschlichen Konflikt zwischen Innen- und Außenwelt, der sich als roter Faden durch meine Arbeiten zieht. Es geht um das Wirkliche hinter der vermeintlichen, uns umgebenden Wirklichkeit. Was (noch) sind wir selbst, und was ist bereits Manipulation durch Dritte, der Versuch einer Einflussnahme auf unser Fühlen, Denken und Handeln?”

„Das reale Leben ist der beste Lehrmeister, jede Art von Studium kann nur ein akademischer Start sein und bleibt Theorie. Aber ich möchte nicht andauernd über die Theorie von Malerei und Kunst sprechen. Stattdessen will ich Kunst fühlen, will sie atmen, und meine Emotionen und mein Intellekt sehnen sich danach, berührt und beeindruckt zu werden.“ 

 

»OHNE DAS WISSEN UM UNSERE GESCHICHTE VERLIEREN WIR UNSERE IDENTITÄT UND JEDE KÜNSTLERISCHE DEMUT.«

*   *   *   *   *   *

I N S P I R A T I O N E N

AUS DEM SPEKTRUM DER MALEREI.

Ich bin äußerst dankbar, dass meine Inspiration sich als ein nie versiegender Fluss darstellt. Dennoch stehe ich – gleichermaßen bewusst wie unbewusst – mit meiner Malerei natürlich in einer Tradition. Meine Bezugspunkte sind ganz unterschiedlicher Natur. Sie ziehen sich durch die zurückliegenden Jahrhunderte und reichen von der Klassischen Moderne über den Jugendstil, den Expressionismus und den Impressionismus bis zur heutigen Gegenwartskunst. Mich bewegen Maler wie Rembrandt und Caravaggio, besonders J. M. William Turner und seine visionäre Farbabstraktion, der unglaubliche Ernst Ludwig Kirchner, Egon Schiele und Edvard Munch, Pablo Picasso, Mark Rothko, selbst Gustav Klimt und seine Interpretation des Jugendstils, der Impressionist Claude Monet gerade mit seinem Alterswerk. Hinzu kommen die Arbeiten der großen abstrakten amerikanischen Malerinnen Joan Mitchell und Helen Frankenthaler. Und aus dem Bereich des Zeitgenössischen Neo Rauch wegen seiner Ernsthaftigkeit im thematischen Umgang, Gerhard Richter (natürlich), der große Zeichner Horst Janssen, und last but not least der brachiale Georg Baselitz und Anselm Kiefer. Das sind die Pole, zwischen denen ich mich bewege. Einflüsse, Strömungen, nicht mehr und nicht weniger. Ich kann mich auf all diese Bilder und Malerleben einlassen und trotzdem in meiner Kunst eigenständige und vor allem auch unabhängige Pfade beschreiten.

 

MEHR KREATIVE INSPIRATIONEN

Mehr Inspirationen, von innen wie außen: Natur (Meere, Berge, stürmisches Wetter, Grönland, die Farben des Herbstes), Musik (Ludwig van Beethoven, Johann Sebastian Bach, Richard Wagner, David Bowie, Max Richter, VNV Nation), Literatur (William Shakespeare, Friedrich Schiller, Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Cormac McCarthy, Thomas Mann, Lew Tolstoi, Ernest Hemingway, Franz Kafka, Friedrich Nietzsche, Paulo Coelho, Don Winslow), Film (Werner Herzog, Christoph Nolan, Alejandro Iñárritu, Ridley Scott, George Miller), Theater (nochmals, natürlich: William Shakespeare, Berthold Brecht, Elfriede Jelinek, Fjodor Dostojewskij, Werner Schwab, Robert Wilson) und so vieles andere.

> MEINE MALPHILOSOPHIE

 

»ICH SEHE MEINE MALEREI DORT, WO DAS LICHT IST.«

*   *   *   *   *   *